Anwaltskanzlei Leistikow
+49 - (0) 30 - 886 727-10

DOSB unterzeichnet Vereinbarung mit Opfern des DDR-Dopingsystems

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Vertreter der Opfer des Dopingsystems der DDR unterzeichneten in Berlin eine Vereinbarung zur Linderung der entstandenen Schäden und deren Folgen.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper (re.) und Rechtsanwalt Sven Leistikow (li.) unterzeichnen in Berlin die Vereinbarung zur Entschädigung von Dopingopfern. Im Hintergrund: die betroffene ehemalige Kugelstoßerin Birgit Boese und Rechtsanwalt Frank Rosbach (Copyright:picture-alliance/dpa).

"Wir stellen uns der moralischen Verantwortung und wir wollen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholen kann", erklärte DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach.

Einmalige Zahlung in Höhe von 9.250 Euro
Jede der in die Vereinbarung einbezogenen 167 Personen erhält eine einmalige Zahlung in Höhe von 9.250,- Euro. Der Personenkreis wurde in Abstimmung mit den Anwälten der Opfer sowie dem Doping-Opfer-Hilfe-Verein e.V. (DOH) ermittelt. DOSB-Generaldirektor Dr. Michael Vesper bedankte sich ausdrücklich beim Bund, der außerplanmäßige Mittel zur Verfügung stelle: "Bundesinnenministerium, Bundesfinanzministerium und der Deutsche Bundestag leisten hier ganz konkrete Hilfe. Unsere Vereinbarung hilft den Opfern direkt. Ich bin froh, dass wir nach einem langen Anlauf letztlich zügig und einvernehmlich zu einer guten Lösung gekommen sind."

Rechtsanwalt Dr. Michael Lehner: Anerkennung als Opfer ist wichtig
"Vor allem anderen ist für Opfer ihre Anerkennung als Opfer wichtig. Geldleistungen alleine können deren Leiden nur bedingt aufwiegen", erklärte der Vertreter des Doping-Opfer-Hilfevereins, Rechtsanwalt Dr. Michael Lehner. Sein Kollege Sven Leistikow ergänzte: "Mit dem Abschluss dieser Vereinbarung mit dem DOSB zur Kompensation des erlittenen Leides wird ein Schlussstrich gezogen."

Opfer wollen bei Doping-Prävention mitwirken
Im Frühjahr 2006 hatte das damalige Nationale Olympische Komitee für Deutschland (NOK) den Kontakt zu den Opfern gesucht. Das Präsidium des am 20. Mai 2006 gegründeten DOSB beschloss noch in seiner ersten Sitzung direkte Gespräche aufzunehmen. In mehreren Treffen mit einer Gruppe von Opfern um die ehemalige Leiterin der Beratungsstelle des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH), Frau Birgit Boese, wurde die Vereinbarung vorbereitet und dann gemeinsam mit den Rechtsanwälten aller betroffenen Personen zur Unterschriftsreife gebracht.

Dr. Thomas Bach bedankte sich insbesondere auch für die Ankündigung von Opfern, sich künftig bei der Doping-Prävention für junge Sportlerinnen und Sportler einsetzen zu wollen. "Die ist eine große Hilfe in unserem Kampf gegen Doping. Niemand kann überzeugender gegen Doping auftreten als diese Opfer."