Anwaltskanzlei Leistikow
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Menschenunwürdige Behandlung eines alten Menschen mit Asbesterkrankung

Die von der Kanzlei Leistikow vertretene Mandantin macht vor dem Landgericht Dresden Ansprüche auf Schmerzensgeld aufgrund der menschenunwürdigen Behandlung ihres Ehemannes während seines Aufenthalts im Krankenhaus der Beklagten geltend. Die Geltendmachung erfolgt aufgrund ererbten Rechts.

Der mittlerweile Verstorbene war trotz seiner Asbestose und seiner notwendig gewordenen Lungenoperation geistig zu 100 % wach. Leider befand er sich körperlich in einem sehr schwachen Zustand, aus dem er sich im Jahr 2013 auch nicht mehr erholen konnte. Er befand sich bei der Beklagten auf der Palliativstation.

Schon zu Beginn des Aufenthalts wurden die sich sorgenden Verwandten des alten Patienten vom Krankenhauspersonal angesprochen, ob sie gedenken sich noch lange bei dem Patienten aufzuhalten. Die Anfrage erfolgte in einem feindlichen Ton, der schon alleine aufgrund der Darstellung nahe legte, dass das Verlassen der Einrichtung der einzige Wunsch der Mitarbeiterin des Krankenhaues gewesen war. Allerdings vermieden die Mitarbeiter der Beklagten das offensichtliche Unbehagen der Anwesenheit von Besuch für den Patienten offen zu kommunizieren. Deshalb geschah es in der Folge, dass der Patient bei Abwesenheit der Familie vom Personal nicht mehr mit Essen versorgt wurde. Der Patient berichtete darüber hinaus seiner Familie, dass als Reaktion auf ihre Besuche regelrechte Bestrafungsaktionen ihm gegenüber durchgeführt würden.

Auch der behandelnde Arzt schlug während des Aufenthalts dem jüngsten Familienmitglied vor, ihre Mutter und ihren Vater (der Patient) entmündigen zu lassen, damit diese sich nicht mehr beschweren könnten. Offensichtlich versuchte es der Arzt über die Angehörige zu erreichen, den Patienten sowie die Klägerin in den Griff zu bekommen. Dies geschah, da medizinisch überhaupt nicht angezeigt, in offensichtlichem Wunsch machtmissbräuchlich damit umzugehen.

So wurde dem Patienten unter anderem ein Katheter zum Wasserlassen gelegt, immer wenn er von seinen Besuchern verlassen wurde. Dies lag offensichtlich daran, dass das Krankenhauspersonal anscheinend keine Kapazitäten hatte, um sich um den Patienten bezüglich Stuhlgangs und Wasserlassens zu kümmern. Ein solches Verhalten, geschuldet etwaigen Personalmangel oder schlichtweg der fehlenden Herzensbildung ist per se menschenunwürdig.

Über den Ausgang des Verfahrens werden wir berichten.


Asbestfasern im Staubsaugerbeutel – Klage eines Rauchers auf Schadenersatz und Schmerzensgeld

Der von der Kanzlei Leistikow vertretene Kläger macht mit der im Januar 2017 eingereichten Klage vor dem Amtsgericht Wedding Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld aufgrund seiner Gesundheitsschädigung durch den Verbau von Asbestplatten in seiner Wohnung geltend.

Der Kläger bezog 2005 eine Wohnung, die im Eigentum der Beklagten steht. Seit dem Frühjahr des Jahres 2013, zum Höhepunkt der Pressemeldungen zu den Gefahren von asbesthaltigen Fußbodenplatten, machte die Beklagte dem Kläger bekannt, dass in ihren Wohnungen zum Zeitpunkt der Errichtung der Gebäude Vinyl-Asbestplatten verbaut worden waren. Die Beklagte veranlasste auf das Verlangen des Klägers eine Untersuchung der Räume.

Das Ergebnis einer Beprobung durch Kontaktproben von den Platten, Kleber und Staub ergab, dass Kleber und Platten asbesthaltig sind und die Staubproben kein Asbest enthalten. Die Gutachter empfahlen den Austausch der Böden. Diese Platten sind in beschädigtem Zustand nachweislich stark gesundheitsgefährdend. Bereits eine ausgetretene Asbestfaser kann tödlichen Rippenfellkrebs (Mesotheliom) hervorrufen. Aber auch weitere Krebserkrankungen werden durch Asbest verursacht. Diese Platten befinden sich unstreitig im gebrochenen Zustand. Die Beklagte räumt diesen Umstand auch ein und beginnt dieser Tage mit der Sanierung der Wohnung.

Die Belastung der Wohnung mit Asbestfasern war zumindest zeitweise stark. Der Kläger hatte über eine Nachbeprobung feststellen müssen, dass im Staubsaugerbeutel Asbestfasern gefunden wurden. Der Kläger leidet seit geraumer Zeit unter einer schweren chronischen obstruktiven Bronchitis und einem Lungenemphysem.

Die Besonderheit des Verfahrens liegt darin, dass hier ein Raucher Ansprüche einklagt. Ausweislich des ärztlichen Attests ist es durchaus möglich, dass die Erkrankungen des Klägers durch eine jahrelange Asbestbelastung hervorgerufen wurden. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass für Raucher die Gefahr einer Erkrankung an Asbestfasern deutlich höher ist. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Kombination Rauchen und Asbestexposition das Risiko für die Entwicklung eines Lungenkrebs um bis zu 100-fache erhöht (Rauchen allein bis 25-fache Risiko). Bei den Asbestfasern sind insbesondere die langen Fasern (>5um) krebserregend. In 10-20% der Asbestosefälle entwickeln sich, abhängig auch vom Tabakkonsum, ein Lungenkrebs oder ein Mesotheliom. Beide Tumoren sind im Zusammenhang mit einer Asbestose als Berufskrankheit anerkannt. Aufgrund des zytologischen (Zellen) oder histologischen (Gewebeproben) Ergebnisses aus Bronchoskopie (Lungenspiegelung) mit Materialentnahme (Biopsie), ggf. der transthorakalen Punktion und der Sputum-Zytologie wird die therapeutisch und prognostisch wichtige Unterscheidung in kleinzelliges Bronchialkarzinom (25%) und nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (75%) vorgenommen.

Über den Ausgang des Verfahrens werden wir berichten.

Neben der Schadenersatzforderung klagt die Rechtsanwaltskanzlei Leistikow in diesem Fall ebenfalls auf -› Schadenersatz.