Illegale Asbestentsorgung in Kiel: Das Verhalten der Täter ist unbeschreiblich skrupellos.

Die Anzahl der Meldungen über illegale Asbest-Entsorgungen nehmen zu. Darunter meldet die online Ausgabe der Kieler Nachrichten am 10.09.2014 unter dem Titel: "Helfer hantierten arglos mit Asbest" von einem Fall "sehr hoher Gefährdung durch krebserregende Fasern" in dem Kinder und Jugendliche betroffen sind.
Das Verhalten der Täter ist unbeschreiblich skrupellos. Seine Kinder und andere zu gefährden, nur um sich die Kosten einer ordnungsgemäßen Entsorgung zu sparen, ist inakzeptabel. Die geschädigten Kinder und Jugendlichen haben einen Anspruch auf Feststellung zukünftiger Schadenersatzansprüche. Damit können die Betroffenen sich absichern für den Fall, dass sie später erkranken sollten. Allein diese Kosten dürften bei Weitem die ersparten Kosten der Täter übertreffen.

Unerlaubte Asbestentsorgung in Schönhagen

Anspruch auf Asbestsanierungsarbeiten

Die Anwaltskanzlei Leistikow klagt in mehreren Verfahren auf die Durchsetzung von Asbestsanierungsansprüchen.

Zur Asbest-Gefahr im Aalto-Hochhaus (Bremen)

"Asbest-Gefahr im Aalto-Hochhaus - Bewohner des 20. Stocks dürfen nicht in ihre Wohnungen" berichtet › Radio Bremen. Bei Sanierungsarbeiten wurden demnach Lüftungsrohre herausgerissen, wobei Messungen eine hohe Asbest-Staub-Entwicklung bestätigt haben.

Anmerkung von RA Sven Leistikow: Eine Asbestexposition in diesem Grade ist in jedem Falle gesundheitsgefährdend. Da die Arbeiten offensichtlich unsachgemäß durchgeführt wurden – ansonsten wäre es zu dem beschriebenen Zustand nicht gekommen – ist nicht auszuschließen, dass das gesamte Treppenhaus und Balkone kontaminiert sind. Eine Untersuchung des gesamten Hauses ist in einem solchen Fall gesetzlich vorgeschrieben.

Finanzamt Nürtingen weist Absatzfähigkeit von Asbestsanierung wegen fehlender Angabe der Asbestart zurück. Die verwendete Asbestart spielt allerdings bei der Beurteilung der Gefährlichkeit keine Rolle.

Die Kanzlei Leistikow wurde beauftragt einen Steuerbescheid zur prüfen, in dem der Eigentümer eines asbestbelasteten Wohnhauses die Sanierungsmaßnahmen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen wollte. Das zuständige Finanzamt Nürtingen (Baden-Württemberg) verwies in seiner Ablehnungsentscheidung darauf, dass die verwendete Asbestart nicht aufgeklärt wurde. So konnte das Finanzamt die Gefährlichkeit nicht einschätzen.

Die verwendete Asbestart spielt allerdings überhaupt keine Rolle bei der Beurteilung der Gefährlichkeit.

Hierzu sei angemerkt, dass wir beim Asbest tatsächlich verschiedene Faserarten kennen. Asbest (altgriech. ἄσβεστος asbestos "unvergänglich") ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale. Die Faser des Magnesioriebeckits oder Krokydoliths aus der Gruppe der Hornblenden (auch Blauasbest genannt) ist bläulich, die Faser des Chrysotils (Serpentingruppe) ist weiß oder grün. Weitere zum Asbest zählende Minerale sind Grunerit (Amosit, Brauner Asbest), Anthophyllit und Aktinolith. Die drei Hauptarten sind das Chrysostilasbest, das Amositasbest und das Krokydolithasbest. Seit dem 20. Juni 1986 ist durch eine Erklärung des Georgia Office of State Administrative Hearings in den USA im Zusammenhang mit den Schadensersatzprozessen die überwältigende Fülle von Beweisen und wissenschaftlichen Untersuchungen zu der Erklärung zusammengefasst worden, dass alle Arten von Asbest über das gleiche faserige und kanzerogene (auch: karzinogene) Potential verfügen. Diese Feststellung ist insofern beachtlich, als dass seit dem von niemandem mehr die These vertreten wurde, dass die unterschiedlichen Asbestarten irgendeinen Einfluss auf die Betrachtung des enorm hohen Gesundheitsgefährdungspotentials hätten.

Beispielhafte Asbestsanierung in Mannheim

Wie die digitale Morgenzeitung www.morgenweb.de meldet, wurde bei Abrissarbeiten am ehemaligen Bank-Palais in Mannheim O 4,4 asbesthaltiges Spritzmaterial entdeckt. Umgehend wurden Spezialisten hinzugezogen. Der Abbruch ruht seitdem, eine Spezial-Firma entsorgt das Material. Dabei kommt modernste Technik zum Einsatz. U.a. arbeiten die Experten in einer Unterdruck-Sicherheitszone, der Bereich ist mit zwei Doppel-Schleusen gesichert.

Aus Sicht der Anwaltskanzlei Leistikow ist dieses Vorgehen beispielhaft und zeugt von einem steigenden Bewusstsein gegenüber den Gefahren die von asbesthaltigen Materialien ausgehen.

Illegale Entsorgung von 15 Tonnen Asbest in Form von zerkleinerte Eternitplatten

Wie die Polizeidirektion Emsland/Grafschaft Bentheim auf presseportal.de meldet wurden am Rand eines Waldgebietes in Wielen 15 Tonnen Asbest in Form von zerkleinerte Eternitplatten illegal entsorgt. Die Polizei in Uelsen hat ein Strafverfahren eingeleitet.

Nicht nur angesichts der grossen Menge liegt aus unserer Erfahrung die Vermutung nahe, das der illegalen Ensorgung auch unfachgerechte und gesundheitsgefährdende Sanierungs- oder Abrissarbeiten vorausgegangen sind. Neben der Gefährdung die durch die unsachgemäße Lagerung von Asbestabfällen gegeben ist, sollten die von den Arbeiten Betroffenen entspechende Maßnahmen einleiten.

Asbest-Entwarnung für das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin)

Der deutschlandweit als Asbestsanierungsexperte bekannte Rainer Tepasse hat nach langen Prüfungen feststellen können, dass im ICC kein Asbest verbaut wurde. Die Kanzlei Leistikow begrüßt das Ergebnis mit Erleichterung. "Es wäre nicht auszudenken gewesen, dass so viele Menschen in diesen Hallen sich in Lebensgefahr begeben hätten."

Seit seiner Eröffnung gilt das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) als eines der größten, modernsten und erfolgreichsten Kongresshäuser der Welt. Der Asbestverdacht kam im Zusammenhang mit den Umnutzungsüberlegungen auf.