Hinweise für Betroffene zum Umgang mit Asbest-Sanierungen und Entsorgung von Asbestabfällen

Ein klassisches Beispiel für eine gefährliche, unfachgemäße Asbestsanierung bzw. Asbest-Entsorgung. Hier wird das Problem der Asbestexposition nur verlagert. Statt in der Wohnung befindet sich das Asbest nun frei zugänglich auf der Strasse. Vorraussichtlich landen diese zudem mangelhaft gesicherten Asbestabfälle auf einer Hausmülldeponie. Die Sanierung der betroffenen Deponie dürfte ein Vielfaches an Kosten verursachen.

Verbots- und Warnsymbole Asbest

Warnhinweis Asbest

Warnhinweis "Asbest" nach UVV

  • Kennzeichnung von Behältern
  • Kennzeichnung für Arbeitskleidung: Der Wäschereibetrieb ist darüber hinaus besonders über die Gesundheitsgefährdung beim Einatmen von Asbestfasern zu informieren.
Verbotsschild Asbest

Verbotschild "Asbest" nach UVV

  • Verbotsschild nach den Unfall-
    Verhütungsvorschriften (UVV)
Gefahrgutsymbol Transport Asbest

Gefahrgutsymbol

  • Gefahrgutsymbol für den Transport asbesthaltiger Güter

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 519 (Asbest Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten) machen zu geeigneten Behältern mit Warnhinweisen und dem Transport von Asbest klare Aussagen.

Aus TRGS 519 unter 13 Abfälle

  • (1) Abfälle, die Asbest enthalten, sind in geeigneten, sicher verschließbaren und
    gekennzeichneten Behältern ohne Gefahr für Mensch und Umwelt zu sammeln, zu lagern und zu beseitigen.
  • (2) Das Zerkleinern asbesthaltiger Abfälle vor dem Deponieren ist nicht zulässig und darf auch von den Anlieferern nicht verlangt werden. Ausgenommen sind Asbestzementrohre, soweit eine Zerkleinerung erforderlich ist und diese so erfolgt, dass keine Asbestfasern freigesetzt werden.

Aus TRGS 519 unter 13.1 Abfallaufnahme

  • (1) Asbesthaltige Abfälle sind am Arbeitsplatz in geeigneten Behältern so zu sammeln, dass ein Umfüllen vermieden wird.
  • (2) Geeignete Behälter sind z. B.
    - für körnige, gewebte oder stückige Abfälle: ausreichend feste Kunststoffsäcke,
    - für grobe oder plattenförmige Asbestzementabfälle: z. B. Big-Bags,
    - für stapelbare Asbestzementprodukte: Big-Bags, Platten-Big-Bags, Stapelung auf Paletten in staubdichter Verpackung
  • (3) Bei der Abfallaufnahme und der Bereitstellung für den Transport ist das Freiwerden von Stäuben durch geeignete Maßnahmen nach dem Stand der Technik - z. B. Absaugen, Verfestigen, Anfeuchten, Abdecken - zu unterbinden. Asbeststäube, z. B. aus Filteranlagen, sind mit Bindemitteln (z. B. Zement) zu verfestigen. Auf die Nummern 14.1.7 Abs. 3 und 14.1.8 wird hingewiesen.
  • (3) Bei der Abfallaufnahme und der Bereitstellung für den Transport ist das Freiwerden von Stäuben durch geeignete Maßnahmen nach dem Stand der Technik - z. B. Absaugen, Verfestigen, Anfeuchten, Abdecken - zu unterbinden. Asbeststäube, z. B. aus Filteranlagen, sind mit Bindemitteln (z. B. Zement) zu verfestigen. Auf die Nummern 14.1.7 Abs. 3 und 14.1.8 wird hingewiesen.
  • (4) Soweit asbesthaltige Abfälle bis zur Beseitigung zwischengelagert werden müssen, sind sie feucht zu halten oder mit geeigneten Materialien abzudecken oder in geschlossenen Behältern aufzubewahren und gegen den Zugriff Unbefugter zu sichern.
  • (5) Die Behälter sind nach Nummer 9.3 zu kennzeichnen.
  • Warnhinweis Asbest Warnhinweis "Asbest" nach UVV
  • (6) Das Verladen von asbesthaltigen Abfällen in Behältern oder auf die Ladefläche des Transportfahrzeuges - ggf. auf Paletten - ist sorgfältig durchzuführen. Die Abfälle dürfen weder geworfen noch geschüttet werden.

13.2 Transport

  • (1) Asbest oder asbesthaltige Materialien und Abfälle sind für den Transport so zu sichern, dass während des Transports und beim Abladen keine Asbestfasern freigesetzt werden.
  • Gefahrgutsymbol Transport AsbestGefahrgutsymbol " asbesthaltige Güter"


Sollten bei Ihnen Arbeiten zur Asbestsanierung stattfinden (oder auch lediglich Platten abgeholt werden), können Sie anhand nachfolgender Vorschriften der Berufsgenossenschaft überprüfen, ob die Sanierung fachgerecht durchgeführt wird.

Folgende Arbeitsschritte sind zum Schutz aller Betroffenen vorgeschrieben:

  • 1. Entfernen aller beweglichen Einrichtungen, wie Möbel, Teppiche, Gardinen, Wandbilder und dergleichen
  • 2. Unbewegliche Einrichtungsgegenstände, z. B. Heizkörper, Einbaumöbel, mit Folie abdecken bzw. abkleben
  • 3. Türen/Fenster schließen
  • 4. Sicherheitskennzeichnung mit Zutrittsverbot anbringen
  • Verbotsschild Asbest
  • 5. Boden abschnittsweise befeuchten, Platten mit Handspachtel möglichst bruchfrei abheben und während des Abhebens mit entspanntem Wasser untersprühen (nebeln)
  • 6. Keine Stripper, keine Bodenlegerschaber verwenden
  • 7. Ausgebaute Platten in Plastiksack (Dicke > 0,2 mm) einsammeln
  • 8. Keine größeren Verpackungsgewichte als 25 kg bilden
  • 9. Anhaftende Belagsreste mit dem Handspachtel abstoßen, lose Reste aufsaugen
  • 10. Werkzeug mit feuchtem Lappen reinigen, Lappen in den Abfallsack geben, anschließend Werkzeug nochmals im Freien mit Wasser reinigen
  • 11. Abfallsack und Karton mit Klebeband staubdicht verschließen, verpackten Abfall in Transportbehälter (z. B. Container, Big-Bags) einlagern
  • 12. Boden nach oberflächlicher Abtrocknung mit K1-Staubsauger absaugen; sonstige Oberflächen ebenfalls absaugen oder feucht wischen
  • 13. Boden anschließend mit Haftdispersion zur Restfaserbindung einsprühen

Ansprechpartner für Berlin:

Der Polizeipräsident in Berlin
Referat Umweltdelikte (LKA 232)
Kaiserdamm 1
14057 Berlin
Tel.: 030/ 46 64 - 92 32 22
email: lka232@polizei.berlin.de

und
Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) Haus E / Haus L
Turmstraße 21
D-10559 Berlin
Telefon: (030) 902545-0
Fax: (030) 90254-5301
Email: post@lagetsi.berlin.de
Internet: https://www.lagetsi.berlin.de/