Anwaltskanzlei Leistikow Schadenersatz Asbestproblematik

Das Landgericht Berlin spricht Klägern Feststellungsansprüche zu

Urteil des Landgerichts Berlin, Geschäftszeichen 65 S 200/12: Das Landgericht Berlin hat in einem Mietprozess in zweiter Instanz im Dezember 2012 den Klägern Feststellungsansprüche dahingehend zugesprochen, "dass die Beklagte verpflichtet ist, den Klägern alle materiellen und immateriellen Schäden, die ihnen aus der Gesundheitsgefährdung, die durch den Asbestkontakt in den Mieträumen in der Seelingstrasse…..Berlin bereits entstanden sind bzw. als Spätfolgen noch entstehen werden, zu ersetzen soweit die Ansprüche nicht auf einen Sozialversicherungsträger oder andere Dritte übergegangen sind……….."

Damit gewährte das Landgericht Berliner Mietern einen Feststellungsanspruch für Gesundheitsschäden, die durch Asbest in der Zukunft entstehen können. Die lange Inkubationszeit des Asbeststaubs (20 bis 30 Jahre) führt dazu, dass regelmäßig die Ansprüche verjährt wären, wenn der Schaden sichtbar würde.

"Das Feststellungsinteresse wurde bejaht, zum Zwecke der Hemmung der Verjährung und wegen des gewissen Grades Wahrscheinlichkeit, dass ein künftiger Schaden möglich ist…."

Im konkreten Fall waren "beschädigte Vinylasbestplatten ohne besondere Staubschutzvorkehrungen entfernt worden. …………"

"Das Gutachten hat zudem eine Gefährdung durch die gebrochenen und zum Teil weiter vorhandenen Asbestplatten bejaht."………

"Aber auch wenn das Risiko für die Kläger relativ gering ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Asbestfasern eingeatmet haben, sich eine Faser im Gewebe der Lunge oder des Rippenfalls einnistet und zu einer – jedenfalls in Bezug auf ein Mesotheliom – tödlichen Erkrankung führt. Obgleich die statistischen Werte und Ausgangsbetrachtungen nur ein sehr geringes Risiko für die Kläger ergeben, durch Asbestfasern verursacht schwerwiegend, meist tödlich zu erkranken, kann die Berufungskammer einen Anspruch der Kläger hier nicht ausschließen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bereits eine Asbestfaser zu entsprechenden Erkrankungen führen kann, auch wenn dies statistisch nur einen Fall unter 25.000 Einwohnern trifft.

"Auch für den Zeitraum ab Juli 2005 hätte die Beklagte einzustehen, denn mit der Verwendung gesundheitsgefährdender Materialien haftet sie den Klägern und ihren Eltern als (damaligen) Mietern dafür, dass sich diese Gefahren nicht realisieren. Sie hätte die Mieter, die Eltern der Kläger, vorab auf die Gesundheitsgefahren hinweisen müssen."


Die Revision wurde zugelassen.

Damit wurde allen derzeitigen und ehemaligen Mietern von insgesamt 53.000 Wohnungen in Berlin eine Möglichkeit zur Erlangung von Rechtssicherheit hinsichtlich zukünftiger Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüchen wegen Gesundheitsschäden durch Asbestkontakt eröffnet.

Die Kanzlei LeistikowSchreyeck, die das Urteil erstritt, fordert nunmehr die betroffene GEWOBAG und andere Vermieter von über 60.000 Wohnungen in Berlin auf, den ehemaligen und derzeitigen Mietern schriftlich die Sicherung zukünftiger materieller und immaterieller Schäden zuzusagen und sich damit der Verantwortung der durch gebrochene Asbestplatten und unfachmännische Sanierung und Beseitigung zu stellen. Dazu gehört auch, dass unsachgemäße Sanierungen, wie in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, unterblieben. Schon jetzt verfolgt die Kanzlei für Mieter, die nicht geklagt haben, außergerichtlich Feststellungsansprüche gegen die GEWOBAG. Eine Antwort bleibt abzuwarten.

Die Kanzlei LeistikowSchreyeck regt an einen Geldbetrag für alle zukünftigen Asbestgeschädigten insolvenzsicher bereitzustellen.

Das Urteil in Gänze finden Sie › hier.


Vertretung von Mietern aus Wohnungen mit Asbestbodenplatten

Die Kanzlei Leistikow übernimmt Vertretung von Mietern deren Wohnungen mit defekten Asbestbodenplatten kontaminiert sind.