Kanzlei Leistikow Opfervertretung

Klage wegen fahrlässiger Überlassung einer Asbestwohnung

Die Anwaltskanzlei Leistikow reicht Klage wegen fahrlässiger Überlassung einer Asbestwohnung beim Amtsgericht Tempelhof/Kreuzberg ein

Zur Einsparung besonderer Sanierungsaufwendungen verfiel der Vermieter auf den Einfall in Anzeigen die Wohnung ohne Hinweis auf die ihm bekannte Asbestbelastung anzupreisen und dabei wegen der erforderlichen Sanierung dem neuen Mieter gegen einen Mietpreisnachlass bzw. Gutscheine für den Baumarkt zur eigenen Bearbeitung und Renovierung zu überlassen. Dies erfolgte ohne Hinweis auf die Gefahrstoffe und die Gesundheitsgefahren der Asbestkontaminierung.

Der Gechädigte hatte in der Folge der Mieterin bei der notwendigen Bodensanierung aktiv geholfen. Dazu gehörten tagelange Arbeiten durch Abnehmen von allen asbesthaltigen Flexplatten, Zurechtbrechen der Platten, um diese volumensparend in den Hausmüll zu entsorgen, Abschmirgeln des schwarzen asbesthaltigen Asbestklebers mit Sandpapier. Die Arbeiten nahm der Mandant an insgesamt 5 Tagen hintereinander jeweils 8 Stunden vor, wobei er ohne Schutzmassnahmen auf dem Boden kniete und die Arbeit dort verrichtete.

Neben einem Schmerzensgeld klagt die Anwaltskanzlei Leistikow auf Schadenersatz aufgrund der -› Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts.



Klage auf aktuelles und zukünftiges Schmerzensgeld

Die Anwaltskanzlei Leistikow verklagt die Wohnungsbaugesellschaft degewo AG auf ein angemessenes Schmerzensgeld und die Feststellung von Ansprüchen aus zukünftigen gesundheitlichen Schäden. In der gesamten Mietwohnung des betroffenen Mandanten befindet sich Asbest in Form von Vinyl-Asbest-Bodenplatten, Asbestkleber und asbesthaltigen Platten auf der Terrasse. Nach Inaugenscheinnahme eines Gutachters sind die Asbestplatten wohl altersbedingt beschädigt und im gesamten Wohnungsbereich angeschnitten und brüchig. Ebenfalls gab es Anbohrungen der Platten hindurch auch durch den Kleber vor Eintritt in den Mietvertrag. Brüchig sind auch die Platten auf der Terrasse.



Musterklage auf Schmerzensgeld

Die Kanzlei Leistikow führt seit September 2013 eine Musterklage auf Schmerzensgeld wegen Krebserkrankungen von Berliner Mietern, die seit vielen Jahren in einer Asbestwohnung leben.



Schmerzensgeld für Bewohner von Wohnungen und Häuser mit Asbestbelastung

Die Kanzlei Leistikow verfolgt Ansprüche von Betroffenen aus Wohnungen und Häusern mit Asbestbelastung auf Schmerzensgeld.



Das Landgericht Berlin spricht Klägern Feststellungsansprüche zu

Urteil des Landgerichts Berlin, Geschäftszeichen 65 S 200/12: Das Landgericht Berlin hat in einem Mietprozess in zweiter Instanz im Dezember 2012 den Klägern Feststellungsansprüche dahingehend zugesprochen, "dass die Beklagte verpflichtet ist, den Klägern alle materiellen und immateriellen Schäden, die ihnen aus der Gesundheitsgefährdung, die durch den Asbestkontakt in den Mieträumen in der Seelingstrasse…..Berlin bereits entstanden sind bzw. als Spätfolgen noch entstehen werden, zu ersetzen soweit die Ansprüche nicht auf einen Sozialversicherungsträger oder andere Dritte übergegangen sind……….."

Damit gewährte das Landgericht Berliner Mietern einen Feststellungsanspruch für Gesundheitsschäden, die durch Asbest in der Zukunft entstehen können. Die lange Inkubationszeit des Asbeststaubs (20 bis 30 Jahre) führt dazu, dass regelmäßig die Ansprüche verjährt wären, wenn der Schaden sichtbar würde.

"Das Feststellungsinteresse wurde bejaht, zum Zwecke der Hemmung der Verjährung und wegen des gewissen Grades Wahrscheinlichkeit, dass ein künftiger Schaden möglich ist…."

Im konkreten Fall waren "beschädigte Vinylasbestplatten ohne besondere Staubschutzvorkehrungen entfernt worden. …………"

"Das Gutachten hat zudem eine Gefährdung durch die gebrochenen und zum Teil weiter vorhandenen Asbestplatten bejaht."………

"Aber auch wenn das Risiko für die Kläger relativ gering ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Asbestfasern eingeatmet haben, sich eine Faser im Gewebe der Lunge oder des Rippenfalls einnistet und zu einer – jedenfalls in Bezug auf ein Mesotheliom – tödlichen Erkrankung führt. Obgleich die statistischen Werte und Ausgangsbetrachtungen nur ein sehr geringes Risiko für die Kläger ergeben, durch Asbestfasern verursacht schwerwiegend, meist tödlich zu erkranken, kann die Berufungskammer einen Anspruch der Kläger hier nicht ausschließen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bereits eine Asbestfaser zu entsprechenden Erkrankungen führen kann, auch wenn dies statistisch nur einen Fall unter 25.000 Einwohnern trifft.

"Auch für den Zeitraum ab Juli 2005 hätte die Beklagte einzustehen, denn mit der Verwendung gesundheitsgefährdender Materialien haftet sie den Klägern und ihren Eltern als (damaligen) Mietern dafür, dass sich diese Gefahren nicht realisieren. Sie hätte die Mieter, die Eltern der Kläger, vorab auf die Gesundheitsgefahren hinweisen müssen."


Die Revision wurde zugelassen.

Die Kanzlei LeistikowSchreyeck, die das Urteil erstritt, fordert nunmehr die betroffene GEWOBAG und andere Vermieter von über 60.000 Wohnungen in Berlin auf, den ehemaligen und derzeitigen Mietern schriftlich die Sicherung zukünftiger materieller und immaterieller Schäden zuzusagen und sich damit der Verantwortung der durch gebrochene Asbestplatten und unfachmännische Sanierung und Beseitigung zu stellen. Dazu gehört auch, dass unsachgemäße Sanierungen, wie in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, unterblieben. Schon jetzt verfolgt die Kanzlei für Mieter, die nicht geklagt haben, außergerichtlich Feststellungsansprüche gegen die GEWOBAG. Eine Antwort bleibt abzuwarten.

Die Kanzlei LeistikowSchreyeck regt an einen Geldbetrag für alle zukünftigen Asbestgeschädigten insolvenzsicher bereitzustellen.

Das Urteil in Gänze finden Sie › hier.


Vertretung von Mietern aus Wohnungen mit Asbestbodenplatten

Die Kanzlei Leistikow übernimmt Vertretung von Mietern deren Wohnungen mit defekten Asbestbodenplatten kontaminiert sind auch hinsichtlich Schmerzensgeldforderungen.